FSF: Probezeit verkürzen durch zweite Ausbildungsphase
| |
 |
Zwei Jahre Probezeit?
Das muss nicht sein! Es gibt doch FSF!
Die meisten Bundesländer nehmen am Modell der »zweiten Ausbildungsphase« teil. Das ermöglicht die Verkürzung der Probezeit um ein ganzes Jahr.
|
Die Probezeit dauert üblicherweise zwei Jahre. Sie kann sich (bei Fehlverhalten) sogar auf vier Jahre verlängern. So war das bisher.
Seit Anfang 2004 sorgt das Modell der »zweiten Ausbildungsphase« dafür, dass Fahranfänger bereits nach einem Jahr aus der Probezeit entlassen werden können! Und zwar dann, wenn sie an einem »Fortbildungsseminar für Fahranfänger« (so die offizielle Bezeichnung, Abkürzung ist FSF) in einer Fahrschule teilnehmen.
Gehören Sie auch zu den glücklichen Fahranfängern, die davon profitieren können? Hier sind die...
Voraussetzungen:
- Sie besitzen die Fahrerlaubnis der Klasse B seit mindestens 6 Monaten
- Sie sind noch in der Probezeit (egal ob 2- oder 4-jährig)
- Sie wohnen in einem Bundesland, das bei diesem Modell mitmacht (Rheinland-Pfalz ist in jedem Fall dabei)
- Sie nehmen an einem Fortbildungsseminar in einer Fahrschule teil, die sich für diese Fortbildung qualifiziert hat
Hiervon können also alle Fahranfänger profitieren, die vor maximal vier Jahren den Führerschein erhalten haben und noch in der Probezeit stecken. Es spielt dabei keine Rolle, wann der Führerschein erworben wurde (das heißt, die FSF-Teilnahme ist nicht auf »neue« Fahrerlaubnisse ab 2004 beschränkt!)
Der Aufbau des Seminars
Das Gesetz schreibt vor, nach welchem Muster die Seminare ablaufen.
- Insgesamt drei Gruppensitzungen »am runden Tisch« zu je 90 Minuten
- Eine Übungs- bzw. Beobachtungsfahrt von 60 Minuten pro Teilnehmer. Der Seminarleiter und ein oder zwei Teilnehmer fahren mit.
- Ein Block mit Sicherheitsübungen von 4 Zeitstunden Dauer, die auf einem abgesperrten Platz unter Anleitung eines geschulten Sicherheitstrainers stattfinden. Schwerpunkt: Bremsen in Gefahrensituationen und Kurventechnik.
- Die Gruppensitzungen und Fahrtermine wechseln sich ab. Die zweite und vierte Sitzung sind also die Fahrpraxis-Teile. Ob Beobachtungsfahrt oder Sicherheitsübung als erstes durchgeführt wird, ist variabel.
- Die Teilnehmerzahl: zwischen 4 und 12.
- Der Zeitraum: Mindestens 2, höchstens 8 Wochen zwischen Seminarbeginn und -ende.
Die Inhalte und Absichten des Seminars
Das Fortbildungsseminar soll eine bewusste Auseinandersetzung mit den Verhaltensmöglichkeiten im Straßenverkehr bewirken und die Fähigkeiten der Teilnehmer verbessern. Das hilft, zukünftige Probleme zu vermeiden. Die Teilnehmer haben zu diesem Zeitpunkt schon einige Monate Fahrerfahrung, darum kann auf einem ganz anderen Level gearbeitet werden als bei der Fahrschulausbildung.
Die Teilnehmer sollen sich in den Sitzungen gut kennen lernen. Sie sollen sich aber auch gegenseitig beobachten und ihr Fahrverhalten miteinander vergleichen. Man tauscht die Erfahrungen aus, die man in der Zeit nach der Führerscheinprüfung gesammelt hat. Es werden Hilfestellungen gegeben (sowohl vom Seminarleiter als auch von allen Teilnehmern). Die Fahrtechnik wird verbessert.
Kosten/Nutzen?
Der deutlichste Effekt: Die restliche Probezeit wird verkürzt, und zwar um ein Jahr. Bei ungeschickter Zeitplanung verschwindet dieser Effekt natürlich zusehends. Es macht wenig Sinn, 23 Monate nach der Fahrprüfung auf diese Idee zu kommen, wenn man sowieso einen Monat später aus der Probezeit entlassen würde...
Nicht ist umsonst. Die Kosten für dieTeilnahme an einem FSF-Seminar liegen bei 280,- Euro. Das Land Rhein-Land-Pfalz steuert sogar noch 30,-€ in Form eines Gutscheines dabei.
Zur Verkürzung der Probezeit kann man am FSF-Seminar nur einmalig teilnehmen. Wenn dann innerhalb der (verkürzten) Probezeit ein schwerer Verstoß nach dem Probezeit-Katalog A oder zwei Verstöße nach Katalog B stattfinden, wird die restliche Probezeit (wie üblich) um zwei Jahre verlängert (auf insgesamt maximal drei Jahre). Man hat also bei rechtzeitiger Teilnahme — so oder so — immer ein Jahr Probezeit weniger als die anderen...
Lohnen dürfte es sich, bei der Kfz-Versicherung anzurufen und sich nach einem Rabatt für FSF-Seminarteilnehmer zu erkundigen. Einige Versicherer haben signalisiert, dass hier Möglichkeiten bestehen, an günstigere Haftpflicht- und Kaskotarife zu kommen. Vielleicht amortisieren sich allein dadurch die Kosten für die Teilnahme. Eventuell sollte man sogar den Versicherer wechseln, wenn der bisherige kein Entgegenkommen zeigt.
Also, los geht`s! Informieren Sie sich bei uns wann ein neues FSF Seminar startet und melden Sie sich rechtzeitig, am besten noch heute an.
|